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Pressemitteilung der Osterländer Volkszeitung vom 24.01.09

Die letzte Chance? Städtische Wohnungsgesellschaft will trotz Skepsis oder gar offenem Widerstand das Areal am Markt neu bebauen


Altenburg. Spätestens seit mit Maria Kühl die wohl rührigste Altenburger Seniorin auf dem Modeball Ende Oktober gegen das Projekt zu Felde zog, ist die Debatte um das Areal am Markt wieder voll entbrannt. Ein „Nullachtfünfzehn-Industrieschuppen mit einer Tiefgarage wie am Roßplan“ drohe auf der oberen Marktseite zwischen Brüderkirche und Markt zu entstehen, schimpfte die 78-Jährige.  Dies gelte es mit aller Macht zu verhindern. Jüngst formierte sich nun auch von Seiten der Werbegemeinschaft heftiger Widerstand (OVZ berichtete). „Es besteht die berechtigte Angst, dass noch mehr alteingesessene Händler gefährdet werden und neue Geschäfte den Geldfluss weiter ausdünnen“, so der Vorsitzende Gebhard Berger. Die Werbegemeinschaft schlägt eine Begrünung der Fläche vor.

Areal am Markt Für Jürgen Roll, der als Chef der Städtischen Wohnungsgesellschaft für dieses Bauvorhaben den Hut aufhat, sind diese Reaktionen völlig unverständlich. Nach den Erfolgen innerstädtischen Engagements der SWG in der Teich- und Moritzstraße, wo städtebauliche und architektonische Belange gebührend beachtet worden  seien und die neugebauten beziehungsweise sanierten Gebäude sich einer Komplettvermietung erfreuen, will sich das Unternehmen nun noch mehr als bisher in der City engagieren. Nicht zuletzt haben sich die Stadtväter im Leitbild zur Aufwertung der Innenstadt bekannt. „Das ist für uns gar nicht so einfach, denn von der Altbausubstanz gehört uns relativ wenig“, so Roll. Das Areal am Markt jedoch befindet sich seit Kurzem im Besitz der Wohnungsgesellschaft. Die Stadt hat es ihr übertragen und sie mit Abriss und Neubebauung beauftragt.

Nach den Vorstellungen der Wohnungsgesellschaft wird in den Jahren 2010 bis 2012 am Standort ein viergeschossiger Wohnkomplex mit insgesamt 37 modernen Zwei- und Dreiraumwohnungen inklusive Balkon beziehungsweise Loggien, Fahrstuhl sowie Stellplätzen entstehen. „Also Wohnungen, die im Marktbereich gänzlich fehlen und für die ein hoher Bedarf besteht“, ist SWG-Prokurist Michael Rüger überzeugt. Komplettiert werde das Vorhaben durch drei Büros sowie Handelsflächen im Erdgeschoss. „Diese vermeintlich erdrückende Konkurrenz, vor der sich die Händler fürchten, sind sage und schreibe zwei Neugeschäfte mit 200 Quadratmetern Handelsfläche“, so Rüger. „Und der voraussichtliche Hauptmieter ist seit Jahren in der Altenburger Innenstadt etabliert.“ Gemeint ist – das ist seit Langem bekannt – vom Konsum Leipzig. Er ist derzeit am Kornmarkt präsent und will sich vergrößern. Von rund 800 Quadratmetern ist die Rede.

Inzwischen sind aufgrund der Gegenwehr, immer neuer Meinungsäußerungen und Forderungen von Stadträten, Parteien und Anliegern, schon zig Varianten der Bebauung erarbeitet worden. Am Dienstag soll auf einer Sondersitzung der Aufsichtsrat der Wohnungsgesellschaft darüber befinden, ob das Gebäude Bei der Brüderkirche 9 mit dem historischen Treppenhaus eventuell doch erhalten werden kann. Dies war eine der wichtigsten Forderungen von Maria Kühl.

 „Es muss aber wirtschaftlich vertretbar sein“, erklärte Oberbürgermeister Michael Wolf gegenüber der Presse. Der SPD-Politiker hatte zum Markt-Areal schon in seiner Neujahrsrede Tacheles geredet: „Wenn wir nach 20 Jahren Verfall und Perspektivlosigkeit dieses wichtigen städtischen Quartiers, mit vielen fehlgeschlagenen Bebauungsversuchen, nun endlich einen finanzierbaren Bebauungsvorschlag und noch dazu einen Hauptmieter haben, dann sollten wir uns endlich einmal begnügen und keine unfinanzierbaren Erhaltungsforderungen stellen.“ Altenburg brauche keine historische Slow-City, die sich in den Abendstunden in eine Geisterstadt verwandelt. Wolf ist sicher, dass die Abrissarbeiten noch in diesem Jahr beginnen und damit der Startschuss für die Fünf-Millionen-Euro-Großbaumaßnahme fällt. Auch Jürgen Roll ist überzeugt: „Wenn wir es nicht machen, bleibt es, wie es ist.“

Weiter als beim Areal am Markt sind die Bauprojekte der Städtischen Wohnungsgesellschaft übrigens in der Spiegelgasse fortgeschritten. Die Flächen in der Gasse sind fast komplett aufgekauft. Entstehen sollen hier vier Einfamilien-Reihenhäuser und ein Dreifamilienhaus gehobeneren Standards zur Vermietung. Danach will sich die SWG der Schmöllnschen Straße 6 widmen.
Ellen Paul (OVZ)


Kommentar (OVZ)

Glaubenskonflikt an der Brüderkirche

von Ellen Paul (OVZ)

Die Städtische Wohnungsgesellschaft hatte bislang ein überaus glückliches Händchen, wenn es um Abriss und Neubau oder Sanierung von Altbau-Objekten in der Altenburger Altstadt ging. Egal ob Teich- oder Moritzstraße, der größte Vermieter der Skatstadt konnte gar nicht so schnell bauen, wie er seine Wohnungen und Gewerberäume an den Mann und die Frau brachte. Und das, obwohl gerade in der Teichstraße so manch Altenburger sein letztes Hemd verwettet hätte, dass dieses Projekt schief geht. Wer zieht an eine derart viel befahrene Straße mit ihren teils heruntergekommenen Häusern und Baulücken? In der Moritzstraße wurde den Stadtvätern von Privateigentümer vorgeworfen, am Mieterschwund  in ihren Häusern sei das Kopfsteinpflaster schuld. Es darf den Mannen um Jürgen Roll und Michael Rüger also durchaus zugetraut werden, dass sie auch im Fall des Areals am Markt das Beste für die Altstadt wollen. Kleinteilig, mit vorgezogenen Dächern, einem begrünten Innenhof, Parkplätzen und Einkaufsmöglichkeiten. Herz, was willst du angesichts der Luftschlösser, die bislang auf diesem unansehnlichen  Grundstück gebaut wurden, mehr?! Und: Für weitere machbare Hinweisen ist der Bauherr garantiert offen. Definitiv nicht offen, weil nicht zuständig, ist eine Wohnungsgesellschaft jedoch für das Anlegen von Grünflächen und Parks, schon gar nicht an dieser Stelle. Altenburg ist mit Grün ohnehin ausreichend gesegnet. Und wer, bitte schön, fährt in die Innenstädte von Leipzig, Gera oder Zwickau, um sich dort auf eine Parkbank zu setzen und die Vögel zwitschern zu hören, wenn er doch eigentlich einkaufen will? Kunden  aber braucht  Altenburg. Trotzdem wird der Glaubenskonflikt um das Quartier an der Brüderkirche bestimmt noch eine Weile weitergehen. Bis einer ein Machtwort spricht.

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