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21.11.2009 - Areal am Markt: Stadtrat stimmt dem leicht veränderten Konzept zu

Pressemitteilung der OVZ vom 21./22.11.2009 

Der minimale Konsens

 

Altenburg. Die Nerven liegen bei allen blank, sagt Brüderkirch-Pfarrer Rein­hard Kwaschik. Und er hat Recht. Schließlich geht es beim Areal am Markt um ein Filetstück in der Alten­burger Innenstadt. Daher haben sich die interessierte Öffentlichkeit, die vor­gestern Abend die Zuschauerreihen im Stadtrat erneut bis fast auf den letzten Platz füllt, und die Journalisten auf eine heiße Debatte und eine Kampfabstim­mung mit ungewissem, auf jeden Fall äußerst knappem Ausgang eingestellt. Doch kurz vor Beginn der Sitzung ist klar: All das wird es nicht geben. Der Satz „Sie haben sich geeinigt“ macht wie ein Lauffeuer die Runde.

 

Und er stimmt. Die Sitzung ist gerade eröffnet, da bittet Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) per Geschäftsordnungsantrag um eine 15-minütige Un­terbrechung. Es gibt einen Änderungs­antrag, sagt er, und die Fraktionen müssten die Möglichkeiten bekommen, ihn zu beraten. Wolf hat ihn den Frakti­onschefs wenige Stunden zuvor in Einzelgesprächen präsentiert – einen Kom­promiss, den offensichtlich eine große Mehrheit mitzutragen bereit ist.

 

Statt einer Erweiterung des Quartiers um 15 Meter in Richtung Spiegelgasse soll sich die Neubebauung dort an die historische Bauflucht anlehnen, heißt es in dem Änderungsantrag. Was es ganz konkret bedeutet, steht nicht drin. Zudem dürfen die Gebäude an der Nordwest-Ecke später nicht höher sein, als es das barocke Gebäude Bei der Brüderkirche 9 derzeit ist. „Das letzte Haus hat also entgegen dem jet­zigen Plan ein Stockwerk weniger“, sagt Wolf. Was nicht bedeute, dass au­tomatisch weniger Wohnungen entste­hen. So etwas könne mit einem kreati­ven Ausbau des Dachgeschosses abge­fangen werden.


Der Oberbürgermeister macht klar,dass trotz dieser Änderungen neun Zehntel des bisherigen, vor drei Wo­chen in die Ausschüsse zurückverwie­senen Bebauungsplanes Bestand haben. „Es ändert sich nichts an den Ge­bäuden Bei der Brüderkirche 9 und der Klostergasse 5.“ Mit anderen Worten: Das Konzept der Städtischen Woh­nungsgesellschaft geht weiterhin vom Komplettabriss des Areals aus.


Michael Wolf bezeichnet es als die ho­he Schule der Politik, in solch einer schwierigen Debatte und aufgeheizten Stimmung am Ende nicht verbrannte Erde zu hinterlassen, sondern nach ei­nem Konsens zu suchen. So minimal er auch sein mag. „Entscheidend ist, dass er zustande kommt.“

 

Und er kommt. 28 Stadträte stimmen dem Änderungsantrag zu, nur zwei da­gegen und vier enthalten sich. Auch ei­ne zweite, gleichfalls von OB und allen vier Fraktionen gemeinsam eingereich­te Beschlussvorlage wird befürwortet. Darin beauftragt der Stadtrat den Ober­bürgermeister mit der Vorbereitung und Aufstellung eines qualifizierten Be­bauungsplanes für den Bereich zwi­schen Spiegelgasse und Josephinum.


„Das ist mehr, als sich jeder zu Be­ginn der Diskussion hätte träumen las­sen“, zeigt sich SPD-Fraktionschef Ni­kolaus Dorsch zufrieden. „Wir befreien uns aus der Zwangslage, auf den gro­ßen, unbekannten Investor warten zu müssen.“ Dorsch bedauert, dass der Weg zu diesem Kompromiss nicht im­mer nur von fairer Auseinandersetzung geprägt war. „Es gab sachliche Kom­mentare, aber leider auch Anmaßun­gen und pauschale Verunglimpfungen.“ Auch in einer großen überregionalen Zeitung, deutet er an.


Sein Kollege von der CDU bemängelt hingegen die fehlende Offenheit seitens der Rathausführung. „Wir mussten uns als Stadträte erstmals in konspirativen Sitzungen treffen, um an Informationen zu kommen“, so Peter Müller. Er kün­digt zugleich an, im weiteren Prozess die Städtische Wohnungsgesellschaft stetig kontrollieren zu wollen. Und hofft, dass doch noch ein architektur­preisverdächtiger Bau zustande kommt.

 

„Ob Abriss oder nicht, die SWG sollte zu ihrem Wort stehen und bauen“, for­dert FDP-Fraktionschef Wolfgang Krau­se mit Blick auf das seit Monaten in den Fokus gerückte barocke Denkmalhaus. Nicht grundlos, wie sein Kollege Detlef Zschiegner deutlich macht. Das Thürin­ger Landesamt für Denkmalpflege habe vor zwei Tagen erneut betont, es gebe keine hinreichenden Gründe für eine andere Entscheidung als den Erhalt des Gebäudes, informiert der Liberale. Eine Diskussion dazu gibt es nicht.


Und die Linke freut sich, dass es nun möglich ist, die gesamte Entwicklung der Quartiere zwischen Topfmarkt und Josephinum, zwischen Spiegelgasseund Brüdergasse in Übereinstimmung zu bringen. Genau das habe man ge­wollt.

 

Quelle: Ellen Paul, Osterländer Volkszeitung (OVZ) im Bericht vom 21./22.11.2009


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